Was ist Krebs?


Krebs ist die Bezeichnung für eine Erkrankung, die durch ungebremste Zellvermehrung, bösartige Gewebsneubildung und Ausbreitung im Organismus gekennzeichnet ist.


Die Entstehung von Krebs ist ein komplexer Prozess, dem vielfältige ("multifaktorielle") Ursachen zugrunde liegen. Krebs wird als Erkrankung des Erbmaterials von Zellen angesehen.


Krebserregende Stoffe (Kanzerogene) können, wenn "Reperaturmechanismen" des Körpers ausgeschaltet oder ineffektiv sind, bleibende Schäden am Erbmaterial verursachen. So entstehen Zellen mit genetischen Veränderungen (Mutationen), die dann bei Zellteilung auf Tochterzellen weitergegeben werden. Diese Veränderungen bewirken eine Aktivierung von Krebsgenen (Onkogene) und gleichzeitig ein Abschalten der "Suppressorgene". Die Folge ist unkontrollierter Zell-Wachstum und -Vermehrung.


Der Faktor Zeit spielt bei der Krebsentstehung eine wesentliche Rolle. Die Tatsache, dass Krebserkrankungen mit zunehmenden Alter gehäuft auftreten, kann dadurch erklärt werden, dass es oft Jahre dauert, bis die zahlreichen Mutationen zu einer Entartung von Zellen und schließlich zu einer Krebserkrankung führen.

 

Man unterscheidet:

 

Gutartige (benigne) Tumore:

 

Gutartige Tumore, die aus relativ normalen Zellen entstehen, sind örtlich beschränkt, d.h. sie kapseln sich von dem umliegenden Gewebe ab und stellen keine unmittelbare Gefahr dar, da sie nicht eindringend, sondern eher verdrängend wachsen.


Bösartige (Maligne) Tumore (Krebsgeschwülste):


Bösartige (Maligne) Tumore entstehen aus Milliarden entarteter Zellen, die ursprünglich aus genetisch mutierenden bösartigen Ursprungszellen, die sich wieder und wieder geteilt haben, entstammen. Diese Krebszellen dringen in benachbartes Gewebe ein, siedeln sich dort an und zerstören es.


Normalerweise wird eine solche Form von "biologischer Anarchie" im Körper durch ein ganzes System von Kontrollmechanismen unterdrückt. Ein Kennzeichen von Krebszellen ist jedoch, dass sie sich nicht mehr den normalen Regelmechanismen unterwerfen und durch kontinuierliche Teilung unsterblich werden.


Darüber hinaus können Krebszellen durch bestimmte Wachstumsfaktoren die Bildung von Blut- und Lymphgefäßen begünstigen und auch selbst in diese Gefäßbahnen eindringen. Dadurch werden sie im ganzen Körper verschleppt und gelangen in andere Organe. In diesem Fall bilden sich Tochtergeschwülste (Metastasen), die lebenswichtige Organe wie z.B. Lunge, Leber etc. bis zur Funktionsunfähigkeit schädigen und zerstören können.


Maligne Tumore werden in 3 Hauptgruppen unterteilt, die sich wiederum in hunderte weitere Klassen unterteilen:


Karzinome :  (sind die häufigste Krebsform beim Menschen): entstehen in epithelialen Geweben (= Deckgewebe der Organe), der Haut, im Drüsengewebe der Brust und der Prostata und in der Auskleidung von Körperhöhlen (z.B. Darmschleimhaut)


Sarkome:  entstehen im Binde-, Stütz- und Nervengewebe wie Knochen, Knorpel, Nerven, Blutgefäßen, Muskeln und Fett


Leukämie und Lymphome:  entstehen in/aus Zellen des Blutes ("Blutkrebs"), der blutbildende Organe (Milz und das Knochenmark) und der lymphatischen Organe (Lymphknoten)